Corona – ein unverfälschter Einblick in den Alltag einer Krankenschwester

„Schade, dass erst eine Pandemie ausbrechen musste, damit die Politik versteht, welche wichtige Funktion wir haben!“

Unsere Firma Future Care GmbH, wollte einmal hinter die Kulissen schauen. Da ein Teil unserer Mitarbeiter in der Pflege tätig ist, haben wir ein Interview mit einer jungen Gesundheits- und Krankenpflegerin geführt. Sie ist im Moment in einer Leipziger Klinik im Einsatz.

Angst und Zuversicht liegen nah beieinander……!

Was hat sich in deinem normalen Alltag geändert, nach dem Corona-Ausbruch?

„Ganz allgemein kann man natürlich keine privaten Kontakte mehr pflegen, um sich und seine Mitmenschen schützen zu können. Außerdem muss man auch einsatzfähig bleiben. Nur noch das allernötigste wird außerhalb des Hauses erledigt, also einkaufen und arbeiten.  Noch dazu kommen die Ängste und Sorgen um Familie und Freunde.“

Wie gehen du und deine Kollegen damit um? (Angst, Zusammenhalt, Krankschreibung… usw.)

„Am Anfang der Krise war deutlich zu merken wie verunsichert alle waren und vor allem, dass Vorsicht großgeschrieben wurde. Viele schreiben sich bei kleineren Infektionen krank und lassen sich testen. Es herrscht auch große Unklarheit, da es keine genauen Aussagen und Informationen gibt. Aufgrund dessen ist die Pflegedienstleitung stark ausgelastet und bekommt täglich Anrufe und nachfragen. Das Thema wird auch im Team stark diskutiert und die Meinungen gehen da teilweise stark auseinander. Die Ängste sind bei manchen groß, da sie selbst vorerkrankte Angehörige haben, die Sorge um diese stellt eine große Belastung dar. Auch im Haus wurde einiges auf den Stationen geändert: Betten wurden heruntergefahren, Kollegen wurden auf die Infektiologie versetzt und Stationen geschlossen. Keiner weiß noch was auf uns zukommt und was die nächsten Wochen mit sich bringen.“

Was halten du und deine Kollegen davon, dass italienische Erkrankte nach Deutschland zu euch in das Krankenhaus kommen und wie geht ihr damit um?

„Ich persönlich finde es gut, dass wir den Menschen aus Südeuropa helfen, da wir im Moment ausreichend Ressourcen haben. Zudem können unsere Ärzte Erfahrungen sammeln und aktiv lernen wie man mit covid-19 Patienten effektiv umgeht. Dies wird unter meinen Kollegen ähnlich empfunden.“

Wie ist die medizinische Versorgung (Material, Schutzkleidung usw.)?

„Im Moment haben wir genug Schutzkleidung, aber ob das für den Ernstfall dann reicht, ist im Moment schwer einzuschätzen.“

Was macht dir und den anderen Pflegekräften am meisten Angst bzw. was verunsichert/ beunruhigt euch?

„Das größte Problem ist die große Unsicherheit und die schnelle Veränderung der Situation. Man weiß nie, was einem zum Dienstbeginn erwartet. Manche Kollegen fühlen sich unwohl nach dem Frei wieder auf Arbeit zu kommen. Dies wird verschlimmert durch tägliche neue Anweisungen, diese verlangen immer wieder neue Anpassung und verunsichert damit alle Beteiligten. Das Ausmaß der Umstellungen macht einigen Kollegen Angst.“

Was macht dich besonders Stolz und was sagst du zur Arbeit der Regierung?

„Da fällt mir nur eins dazu ein: Wir Pflegekräfte erhalten nach sooo vielen Jahren mehr Anerkennung! Nur Schade, dass erst eine Pandemie ausbrechen musste, damit die Politik versteht welche wichtige Funktion wir haben. Ohne medizinisches Personal würde hier nichts mehr funktionieren! Es bleibt zu hoffen, dass nach der hoffentlich bald überstandenen Krise, die Unterstützung nicht abbricht und unsere Situation aktiv verbessert wird.“

Interview mit Konstanze 33J.

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